2026 NWRV Indoor Cup – Junioren A Preview

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Der 30. NWRV Indoor-Cup markiert einen wichtigen Meilenstein im Übergang vom Wintertraining zur Regattasaison. Zum Jubiläum geht der Verband nun neue Wege: Erstmals wird das Event auf RP3-Ergometern ausgetragen, die durch ihre dynamische Bauweise das Rudern auf dem Wasser deutlich realistischer simulieren. Dies bietet die Bühne für die besten Talente Nordrhein-Westfalens, um ihre Form vor der kommenden Saison auf dem Wasser zu testen – und bietet nun deutlich ehrlichere Einblicke in die Ruderfähigkeiten jedes Sportlers.

Die diesjährige Kategorie der Junioren A präsentiert sich als äußerst volatil und schwer berechenbar. Wir beobachten ein Feld im Umbruch, in dem sich viele Athleten physisch rasant entwickeln, während die Mehrheit der Starter im vergangenen Jahr nicht an den Deutschen Indoor-Meisterschaften teilgenommen hat. Dieser Mangel an direkten Vergleichswerten aus der Vorsaison sorgt für eine besondere Spannung: Wer hat den Sprung vom 1500m-Kurs der B-Junioren auf die volle 2000m-Distanz der A-Klasse am besten verkraftet? Die Mischung aus etablierten Leichtgewichten und physisch starken Schwergewichts-Aufsteigern verspricht ein Rennen, bei dem die Renneinteilung über den Sieg entscheiden wird.

Kaspar Schröder (RC Hamm)

Der Ruderclub Hamm blickt auf eine stolze Tradition in der Nachwuchsförderung zurück und stellt mit seinem neuesten Talent den Mann, den es zu schlagen gilt. Kaspar Schröder geht als der große Favorit in diesen Wettbewerb. Sein Grundspeed, den er in der B-Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat (Platz drei bei der DREM mit einer Zeit von 04:46,5), ist der höchste im gesamten Feld. Dass Kaspar Schröder nicht nur auf der Kette ziehen kann, bewies er bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) 2025, wo er Silber im Junioren B-Vierer ohne Steuermann gewann und einen starken vierten Platz im Achter belegte. Die große Frage wird sein, ob er die notwendige Ausdauer besitzt, um diesen hohen Split über das letzte Viertel der 2000m-Distanz zu retten. Wenn ihm das gelingt, ist er kaum zu schlagen.

Julius Schmalor (RC Sorpesee)

Eingebettet im Sauerland, ist der RC Sorpesee bekannt dafür, physisch robuste Athleten hervorzubringen, die auch im Ausland, z.B. beim Head of the River in London, glänzen können. Julius Schmalor ist ein weiterer heißer Siegkandidat für das kommende Wochenende. Mit seinem sechsten Platz bei der DREM hat er gezeigt, dass er physisch ganz vorne mitspielen kann. Seine Erfahrung aus dem B-Finale im Doppelzweier bei den DJM 2024, sowie seine Einsätze im Achter geben ihm die nötige Wettkampfhärte. Er verfügt über die physische Präsenz, um im Mittelteil des Rennens Druck auf die Konkurrenz auszuüben und könnte der lachende Dritte sein, sollte die Konkurrenz zu schnell angehen.

Lukas Albrecht (RC Witten)

Der RC Witten befindet sich derzeit auf einem beeindruckenden Vormarsch, und während Sportler wie Finn Wolter international angreifen, zeigt der Verein durch seine Präsenz in Formaten wie der Ruderbundesliga eine moderne und innovative Ausrichtung. Auch in dieser Altersklasse fungiert Lukas Albrecht in diesem Feld als der absolute “Benchmark”. Mit einer soliden Bestzeit von 06:45,3 über 2000m bringt er die nötige Erfahrung auf der vollen Distanz mit, die vielen Aufsteigern noch fehlt. Sein sechster Platz bei der DRV-Langstrecke im Dezember in Dortmund (24:37 Minuten) unterstreicht seine gute Winterform. Dennoch wird sich Lukas Albrecht steigern müssen, um die heranstürmenden B-Aufsteiger auf Distanz zu halten.

Sein Vereinskamerad Arsenii Hakmann, der drittschnellste B-Leichtgewichtler Deutschlands, lauert ebenfalls auf seine Chance. Mit einem Split von 1:44 auf 1500m hat Arsenii Hakmann gezeigt, dass er trotz des Gewichtslimits über enorme Power verfügt.

Daniel Niedergethmann (RK am Baldeneyesee)

Am Baldeneysee reifen regelmäßig Ausnahmetalente wie Tassilo von Müller heran, und der Club scheint auch in diesem Jahr wieder einen Rohdiamanten in seinen Reihen zu haben. Daniel Niedergethmann hat mit einem Schnitt von 1:39 auf 1500m (05:08,5) das Potenzial, die magische Sieben-Minuten-Marke auf den vollen 2000m deutlich zu unterbieten. Seine Erfolge auf dem Wasser sind bereits jetzt beachtlich: Silber bei den DJM im Vierer mit Steuermann und ein souveräner Sieg bei den Landesmeisterschaften NRW in derselben Kombination. Daniel Niedergethmann weiß, wie man gewinnt, und seine physischen Daten suggerieren, dass er bereit ist, den Etablierten den Rang abzulaufen.

Kosmo Killmann (EERV)

Dies ist ein Name, den man am Wochenende genau beobachten sollte. Als Zweitplatzierter im Junioren B-Vierer mit Steuermann bei der letzten DJM – gemeinsam mit Daniel Niedergethmann – hat er seine Kompetenz in engen Rennsituationen bereits bewiesen. Dass man nach ganz oben zielt, zeigt auch die Teilnahme an der Langstrecke in Dortmund, wo die beiden den achten Platz erreichten.

Die Vorhersage

Das Rennen verspricht ein höchst überraschendes Event zu werden. Ich meine, dass drei Athleten den Sieg unter sich ausmachen werden. Kaspar Schröder ist aufgrund seines überragenden Grundspeeds der logische Favorit, doch die Umstellung auf 2000m kann manchmal tückisch sein. Ich erwarte, dass Julius Schmalor ihn bis zum letzten Schlag fordern wird, da seine physische Konstanz bei der DREM beeindruckend war. Als dritten Favoriten sehe ich den “Routinier” Lukas Albrecht, der durch seine 2000m-Erfahrung und die guten Ergebnisse aus dem Dezember einen Vorteil in der Renneinteilung haben könnte. Somit schätze ich, dass sich die pure Physis von Kaspar Schröder durchsetzen wird, dicht gefolgt von Julius Schmalor und einem stark aufkommenden Lukas Albrecht.

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